Wie die Badische Energie mit der Flexibilitätsoptimierung von InnoCharge ein wirtschaftlich attraktives Ladeangebot geschaffen hat.
Attraktiver Ladestrom durch intelligente 360°-Flexibilitätsoptimierung
Im Karlsruher Innovationsquartier Smart East hat die Badische Energie gemeinsam mit dem Softwareanbieter InnoCharge gezeigt, wie Ladeinfrastruktur von Anfang an wirtschaftlich, netzdienlich und klimafreundlich betrieben werden kann. Grundlage dafür ist eine intelligente Ladeoptimierung, die nicht nur technische, sondern vor allem energiewirtschaftliche Optimierungspotenziale konsequent nutzt.




Das Ergebnis: Eine jährliche Kosteneinsparung von rund 40 % – bei gleichzeitig hoher Kundenzufriedenheit und vollem Komfort beim Laden.
Die Herausforderung: Wirtschaftliches Laden im Takt eines immer volatileren Strommarkts
Mit der wachsenden Zahl an E-Fahrzeugen steigt der Strombedarf auf Parkplätzen deutlich an – insbesondere, wenn mit Ladeleistungen von 11 oder 22 Kilowatt geladen wird. Gleichzeitig sind E-Autos aber deutlich flexibler als andere große Stromverbraucher wie Wärmepumpen. Sie stehen in der Regel deutlich länger als sie tatsächlich zum Laden benötigen. Diese Flexibilität wirtschaftlich zu nutzen, war die zentrale Herausforderung für die Badische Energie beim Aufbau der Ladeinfrastruktur im Gebäude des iWerkX Karlsruhe, einem zentralen Bestandteil des Innovationsquartiers Smart East.
Ziel war es, ein leistungsfähiges, aber auch bezahlbares Ladeangebot für die dort ansässigen Mieter zu schaffen – und dabei gleichzeitig verschiedene energiewirtschaftliche Preissignale sinnvoll miteinander zu kombinieren. Dazu gehörten die wirtschaftlich optimierte Spotmarktintegration über zeitvariable Börsenstrompreise, die Erhöhung des vor Ort verbrauchten günstigen Solarstroms im Mieterstrommodell sowie die Reduktion teurer Leistungsspitzen im Rahmen der registrierenden Leistungsmessung. Darüber hinaus wurde das Projekt mit dem Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW so konzipiert, dass perspektivisch auch Erlöse am Regelenergiemarkt möglich sind.
Die Lösung: Prognosebasierte Optimierung statt starrer Regelung
Um diese Vielzahl an Anforderungen unter einen Hut zu bringen, wurde die InnoCharge-Plattform als intelligente Optimierungslösung in den Ladebetrieb integriert. Sie ermöglicht eine automatisierte, vorausschauende Optimierung der Ladevorgänge – sowohl in Bezug auf die Strompreise als auch auf die Lastverläufe und die lokale Photovoltaik-Erzeugung. Konkret bedeutet das: Fahrzeuge laden dann, wenn der Strom besonders günstig ist – sei es vom Dach oder vom Spotmarkt – und vermeiden gleichzeitig unnötige Leistungsspitzen.
Auch die Integration in das Mieterstrommodell wurde umgesetzt, sodass der günstig vor Ort erzeugte Solarstrom priorisiert verbraucht werden kann. Ein speziell gestaltetes Vertragsmodell sorgt dafür, dass die Vorteile der Dynamik auch beim Endkunden ankommen. Nutzer profitieren von einem günstigen Tarif, der die Flexibilität des Ladevorgangs berücksichtigt – ohne dass sie sich aktiv darum kümmern müssen.
Das Ergebnis: Deutlich geringere Kosten bei vollem Komfort
Bereits in der Hochlaufphase des Projekts wurde deutlich, welches Potenzial in der intelligenten Steuerung steckt. Im Schnitt über die bisher gut dreistellige Anzahl an Ladevorgängen benötigt ein Fahrzeug pro Ladevorgang rund 22,9 Kilowattstunden – das entspricht etwa zwei Stunden reiner Ladezeit. Die tatsächliche Standzeit an der Ladestation ist jedoch deutlich länger, die bisherige Nutzung zeigt: In 69 Prozent der Zeit, in der ein Fahrzeug angeschlossen ist, besteht kein Ladebedarf. Diese Zeit nutzt die InnoCharge-Plattform gezielt, um das Laden zu optimieren – also zu verschieben und zu steuern.
Was für unsere Mieterinnen und Mieter zählt, wird im Hintergrund smart gesteuert: günstige Preise vom Spotmarkt, saubere Energie vom Dach und ein Stromnetz, das wir gemeinsam entlasten.
Dr. Friedrich Hoepfner, Geschäftsführer Hoepfner Bräu GmbH und Co. KG (Hauseigentümer)
Auf Basis dieser Flexibilität ergibt sich bei voller Auslastung der 22 Ladepunkte eine jährliche Einsparung von rund 30.400 Euro – das entspricht einer Reduktion der Stromkosten um 40,7 Prozent. Diese Einsparung setzt sich zusammen aus niedrigeren leistungsabhängigen Netzentgelten (minus 47,9 Prozent) sowie einem günstigeren Reststrombezug durch erhöhten Eigenverbrauch und die Nutzung dynamischer Börsenpreise (minus 22,3 Prozent).
Mehr als Technik: Kundennutzen und Systembeitrag
Die Nutzer profitieren direkt: Sie laden günstiger, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Gleichzeitig leistet das System einen Beitrag zur Energiewende, da es den Ausbau lokalen Solarstroms belohnt, diesen vorrangig nutzt und unnötige Netzausbaumaßnahmen durch die intelligente Flexibilitätsnutzung vermieden werden können. Erneuerbare Energie wird so nicht nur produziert, sondern auch sinnvoll verwendet.
Ein Modell mit Zukunft – auch für andere Standorte und Stadtwerke
Das iWerkX zeigt beispielhaft für Firmenparkplätze, wie sich Ladeinfrastruktur wirtschaftlich, kundenfreundlich und zugleich netzdienlich betreiben lässt. Der nächste Schritt der Flexibilitätsvermarktung ist bereits in Erprobung: Im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem Übertragungsnetzbetreiber wird derzeit gezeigt, wie mit der InnoCharge-Plattform Elektrofahrzeuge in Unternehmen flexibel auf kurzfristige Leistungsanforderungen am Regelenergiemarkt reagieren können. So lassen sich nicht nur der Stromverbrauch optimieren, sondern auch zusätzliche Erlöse erzielen.
Auf einen Blick
40 % weniger Stromkosten dank intelligenter Ladeoptimierung
30.400 € Einsparung/Jahr bei Vollauslastung
hohe Kundenzufriedenheit
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